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Die Risiken im Zusammenhang mit der Auswahl obsoleter Technologie analysieren

Geschrieben von Mark Olding | 21.09.2023 07:49:24

Die Tech-Industrie dient als Inbegriff des Ausdrucks „Nichts hält ewig“, was man an den verschiedenen plötzlichen Wendungen in den letzten 40 Jahren erkennen kann. Über die Jahrzehnte hinweg haben viele Traditionsunternehmen aufgrund von technologischen Fortschritten ihre Dominanz verloren oder sind in den Hintergrund verdrängt worden. In den 80er und frühen 90er Jahren war IBM König. Seine Technologien dominierten alle Unternehmensaspekte, was zu dem bekannten Satz „Nobody gets fired for buying IBM“ führte. Sein Erfolg beruhte darauf, dass das Unternehmen verlässliche Lösungen für vielfältige Aufgaben baute. Die Kauf der von IBM gebauten Technologielösungen war der Trend.

Aber durch die zunehmende Einführung von Open-Source-Lösungen sollte sich für den Tech-Giganten alles ändern. Die Open-Source-Revolution eröffnete eine Möglichkeit, zu der alle beitragen und sicherstellen konnte, dass iterative Upgrades schneller angeboten wurden. Ende der 90er waren die Änderungen so schnell und kostengünstig, dass vergleichbare urheberrechtlich geschützte Lösungen von IBM auf der Strecke blieben. Dadurch wurden auch diejenigen im Stich gelassen, die an das Mantra „Nobody gets fired for buying IBM“ glaubten. Ironischerweise haben die Nutzer der alten urheberrechtlich geschützten Lösungen von IBM entweder ihre Jobs verloren oder haben Abteilungen geschlossen, um weiter zu funktionieren. Darum reicht es bei der Auswahl von Technologielösungen nicht aus, den aktuellen Markttrends zu folgen.

Dieser Artikel umfasst folgende Themen:

  • Wie man Technologielösungen für eine langfristige Nutzung auswählt.
  • Eine Analyse der Vorteile von Open-Source-Softwareanwendungen.
  • Wie kleine und große Unternehmen Open-Source-Lösungen an ihre Bedürfnisse anpassen können.

 

Open-Source im Vergleich zu urheberrechtlich geschützter Software

Der Ausgangspunkt bei der Auswahl von Technologielösungen besteht darin, die Unterschiede zwischen Open-Source und urheberrechtlich geschützter Software zu verstehen. Bei Open-Source-Software handelt es sich um Anwendungen, deren Quellcodes - das Medium, das Programmierer bei der Entwicklung und Änderung von Anwendungen verwenden - für jedermann zugänglich sind. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei urheberrechtlich geschützter Software um Anwendungen, deren Quellcode vom Entwickler oder Programmierer vollständig kontrolliert wird und in dessen Besitz er sich befindet.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen den Softwareoptionen besteht darin, wie sie lizenziert sind. Bei einer Open-Source-Software liegen die Urheberrechte beim ursprünglichen Autor, aber diese halten andere nicht davon ab, die Software zu verändern oder auszugeben. Zu einer urheberrechtlich geschützten Software gehört die Verwendung von Urheberrechtsgesetzen und Lizenzvereinbarungen, die bestimmen, wie diese genutzt werden können. Der Endnutzer der urheberrechtlich geschützten Software muss innerhalb der Einschränkungen der Lizenzvereinbarung bleiben, ansonsten nutzt er die Software illegal. Die frühen IBM Softwarelösungen waren urheberrechtlich geschützt, währen das Betriebssystem Linux ein Beispiel für eine Open-Source-Software ist.

Die reglementierte Nutzung von urheberrechtlich geschützter Software hat bestimmte Nachteile, die bei der Auswahl von Technologielösungen berücksichtigt werden müssen. Zu diesen Herausforderungen gehören folgende Punkte:

  • Limitierte Anpassungsmöglichkeiten, die einen Einfluss auf die Anpassung an spezifische Umgebungen haben.
  • Die Software wird im Allgemeinen für einen einzigen Zweck entwickelt und der Nutzer ist für Aktualisierungen, Unterstützung und Sicherheit vom Autor abhängig.
  • Der Kauf von Lizenzen kann sehr teuer sein und zukünftige Aktualisierungen oder Wartung ist abhängig davon, dass die Lizenzvereinbarung ständig erneuert wird.

Dies sind wichtige Herausforderungen, die der urheberrechtlich geschützten Software eigen sind, und die die Open-Source-Initiative zurzeit löst. Die Fähigkeit, Änderungen durchzuführen um spezifischen Anforderungen zu entsprechen und die relative Erschwinglichkeit von Open-Source-Software sind einige der Hauptgründe, aus denen Endnutzer von einer urheberrechtlich geschützten Software wechseln. Ein Beispiel dieses fortlaufenden Wechsels findet zurzeit in der Tech-Industrie statt. Red Hat Inc. - ein Linux-basierte Open-Source-Softwareentwickler - wurde 1993 mit dem einzigen Ziel gegründet, Open-Source-Unternehmenslösungen zu entwickeln. Dies war einige Jahre erfolgreich, während das Unternehmen die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zog. 2019 konnte man das exponentielle Wachstum des Startups nicht mehr ignorieren und es wurde von IBM gekauft, um den Einstieg des Unternehmens in den Open-Source-Softwaremarkt zu fördern.

 

Technologielösungen für Lagerhäuser und die Fertigungsindustrie wählen

Red Hats Erfolg war auf die Übernahme seiner innovativen Betriebssysteme und Apps in verschiedene Industrien inklusive der Fertigungsindustrie zurückzuführen. Der zunehmende Fokus auf die Smart Factory und die Integration von Industrie 4.0-Geschäftsmodellen zur Optimierung der Produktion spielten beim erfolgreichen Outing von Red Hat ebenfalls eine Rolle. Laut Gartner wird die unbeaufsichtigte Fabrik sich nicht nur auf Automatisierung verlassen, sondern auch auf die Auswahl der richtigen Technologielösungen, um den Geschäftsbetrieb zu managen.

Die Auswahl der Technologielösungen wurde hervorgehoben, denn dies bestimmt, wie Daten erhoben, analysiert und für die Optimierung von Fertigungsbereichen verwendet werden. Darum sind dies die wichtigen Dinge, die man bei der Auswahl von industrieller Software und Cloud-Lösungen bedenken sollte:

  • Ist die Software sicher und verlässlich genug, um Ausfallzeiten zu vermeiden?
  • Haben Sie Zugang zum Quellcode, was eine gewisse Kontrolle garantiert?
  • Kann sie IoT-Technologien wirksam einsetzen oder nutzen?
  • Ist es wahrscheinlich, dass sie in einem kurzen Zeitraum obsolet wird?
  • Ist sie erschwinglich und garantiert sie eine Optimierung der Herstellungsprozesse?

Die Antworten auf diese fünf Fragen sollten eine wichtige Rolle bei der Bestimmung von Technologie spielen, die Sie zu nutzen beabsichtigen. In Bezug auf die Sicherheit ist Open-Source-Software verlässlicher, weil sie von professionellen Entwicklern begutachtet und von Endnutzern bestimmt wurde, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Der Zugang zu Quellcodes und die Möglichkeit, diese ständig zu aktualisieren bedeutet, dass Open-Source-Softwareprogramme eine längere Lebensdauer haben. Im Gegensatz zu urheberrechtlich geschützter Software, die nach einigen Jahren obsolet wird, arbeiten Entwickler ständig an der Verbesserung und Optimierung von Open-Source-Lösungen, um alle zukünftigen Herausforderungen zu erfüllen.

Ein Beispiel dieser zukünftigen Herausforderungen ist die Fähigkeit, IoT-Technologien zu nutzen. Auch in diesem Bereich ist die Open-Source-Software führend. Open-Source-Software unterstützt Fabrikbesitzer beim wirksamen Einsatz des Potenzials von IoT durch eine verbesserte Konnektivität und optimierte Datenanalyse.

 

Die Vorteile durch die Wahl von Open-Source-Technologie

Open-Source-Softwareanwendungen sind dauerhaft. Dies liegt an den Vorteilen, die sie dem Nutzer bieten. Laut PCWorld umfassen die Vorteile Leistbarkeit, mehrere Support-Optionen, Flexibilität und Anpassbarkeit. Auch wenn all diese Vorteile hervorragend sind, neigen viele Hersteller und Entwickler dazu, einen auf der Hand liegenden Vorteil von Open-Source-Angeboten zu ignorieren: die Tatsache, dass Sie sich Open-Source-Software tatsächlich zu eigen machen können. Diese Option bedeutet, dass Unternehmen nicht an einen einzigen Anbieter gebunden sind. Die Anpassung von Open-Source-Technologie bedeutet, dass Sie das Recht haben, verschiedene Anbieter zu wählen und Technologielösungen frei kombinieren können, um sich für das Beste aus mehreren Optionen zu entscheiden.

 

Schlussfolgerung

Die Zukunft der Fertigung ist stark von der Automatisierung und der Einführung von Industrie 4.0-Geschäftsmodellen abhängig. Open-Source-Technologie wird als der Weg dienen, zukünftige Lücken zwischen der Automatisierung von Fertigungsbereichen und der Implementierung von Industrie 4.0 zu schließen. Das liegt daran, dass sie aktualisiert werden kann, um neuen IoT-Geräten, elektronischer Hardware und einer sich entwickelnden IT-Infrastruktur gerecht zu werden. Dies stellt sicher, dass die von Ihnen gewählten Tech-Lösungen nicht obsolet werden und das Wachstum einschränken.