Off-Highway-Maschinen durchlaufen derzeit denselben digitalen Wandel, der die Fabriken im letzten Jahrzehnt grundlegend verändert hat. Baumaschinen, landwirtschaftliche Fahrzeuge, Materialtransportmaschinen und Kommunalfahrzeuge setzen mittlerweile auf elektrohydraulische Steuerungen, Assistenzsysteme, Telematik und zunehmend elektrifizierte Antriebsstränge. Diese Maschinen sind zu komplexen, vernetzten Systemen geworden, und der Ort, an dem all diese Komplexität auf den Fahrer trifft, ist das Display in der Fahrerkabine.
Doch eine Fahrerkabine ist kein Schaltschrank. Eine Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI), die in einer Industrieanlage einwandfrei funktioniert, stößt auf einer Baustelle oder auf freiem Feld schnell an ihre Grenzen. Displays für den Off-Highway-Einsatz sind Bedingungen ausgesetzt, die in Fabriken selten vorkommen: direkte Sonneneinstrahlung, extreme Temperaturen, ständige Vibrationen, Staub, Schlamm und Regen sowie die Hochdruckreinigung, mit der viele Arbeitstage enden. Sie werden über die Fahrzeugelektrik statt über stabile Schaltschrankstromversorgungen mit Strom versorgt und müssen die „Muttersprache“ des Fahrzeugs sprechen: CAN.
Aus diesem Grund müssen Off-Highway-HMIs nach spezifischen Anforderungen konzipiert werden. An erster Stelle steht die Lesbarkeit. Die Bediener arbeiten von morgens bis abends im Freien, daher muss das Display auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut lesbar bleiben. Eine hohe Helligkeit allein reicht nicht aus: Durch optisches Bonding, das den Luftspalt zwischen Deckglas und Display beseitigt, werden interne Reflexionen und die Gefahr des Beschlagens reduziert, während ein UV-Filter das Display vor langfristiger Sonneneinstrahlung schützt.
Die zweite Anforderung ist die Abdichtung. In der Fahrzeugbranche wird der Schutz durch die Norm ISO 20653, den Standard für Straßenfahrzeuge, definiert. Die Schutzart IP6K9K bedeutet, dass das Gerät staubdicht ist und Hochdruck-Wasserstrahlen mit hoher Temperatur standhält: genau das, was passiert, wenn ein Traktor oder eine Kehrmaschine am Ende einer Schicht abgespritzt wird.
Dann kommen Temperatur und Stromversorgung. Eine Maschine, die im Winter über Nacht abgestellt wird, muss bei Minustemperaturen zuverlässig anspringen, während eine der Sommersonne ausgesetzte Fahrerkabine extrem heiß werden kann. Was die Stromversorgung angeht, muss die HMI sowohl 12-V- als auch 24-V-Fahrzeugsysteme mit einem breiten Eingangsspannungsbereich unterstützen. Schließlich muss sich das Display nativ in das Fahrzeugnetzwerk integrieren lassen, typischerweise über mehrere CAN-Schnittstellen, die im Idealfall galvanisch getrennt sind, um die Robustheit gegenüber elektrischen Störungen und Potentialunterschieden zu verbessern.
Hinzu kommt der menschliche Faktor. Kapazitive Multitouch-Bildschirme bieten eine intuitive, smartphoneähnliche Bedienung, doch bei einer Maschine, die sich über unebenes Gelände bewegt, oder wenn Bediener Handschuhe tragen, bleiben physische Tasten für eine schnelle, zuverlässige und oft blinde Bedienung unverzichtbar.
Vor diesem Hintergrund wurde die neue XA100-Serie von EXOR International entwickelt. Aufbauend auf der langjährigen Erfahrung von EXOR im Bereich industrieller HMIs bringt die XA100-Serie dieses Know-how mit vier Modellen in die Kabine mobiler Maschinen: dem XA105 (5"), XA107 (7"), XA110 (10") und XA112 (12").
Alle Modelle zeichnen sich durch dieselbe robuste Bauweise aus: ein bei Sonnenlicht gut lesbares, projiziert-kapazitives Display mit optischem Bonding und UV-Filter, Schutzart IP6K6/IP6K9K gemäß ISO 20653 (IP6K9K bei Modellen ohne Tasten), zwei isolierte CAN-Schnittstellen, einen Betriebsbereich von -30 °C bis +70 °C sowie einen breiten Eingangsspannungsbereich von 8 bis 32 V Gleichstrom, der für Fahrzeugbordnetze geeignet ist. Die 5"-, 7"- und 10"-Modelle sind zudem mit einer optionalen Folientastatur mit vom Benutzer programmierbaren Tasten erhältlich, die die Unmittelbarkeit der Touch-Bedienung mit der Zuverlässigkeit physischer Bedienelemente verbindet.
Alle Details werden im Rahmen des offiziellen Einführungs-Webinars vorgestellt, doch die Ausrichtung ist bereits klar: Die XA100-Serie wurde von Grund auf für die Anforderungen des Off-Highway-Einsatzes entwickelt und nicht einfach aus der Fabrikproduktion adaptiert.
Da mobile Maschinen immer intelligenter werden, wird das Display in der Kabine zum wichtigsten Werkzeug des Bedieners. Mit der XA100-Serie können Maschinenhersteller in den Bereichen Bauwesen, Landwirtschaft, Logistik und Kommunalwesen auf eine Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) vertrauen, die so robust ist wie ihre Maschinen und so zuverlässig wie die Marke EXOR.