EXOR Innovation Blog

Von Komplexität zu Kontrolle: Wie GTech mit EXOR die Maschinenarchitektur vereinfachte und skalierbares IoT ermöglichte

Geschrieben von X Platform Team | 28.08.2026, 08:05:08

In der heutigen Industrielandschaft wird von OEMs erwartet, dass sie Maschinen liefern, die nicht nur zuverlässig, sondern auch vernetzt, intelligent und einfach zu warten sind. Die Herausforderung besteht darin, all dies zu erreichen, ohne dabei die Komplexität, die Kosten und die Risiken zu erhöhen.

Für GTech wurde diese Herausforderung zum Auslöser für einen Wandel. Was als Bemühung zur Verbesserung des Fernzugriffs und der Datentransparenz begann, entwickelte sich schnell zu einem kompletten Umdenken hinsichtlich der Maschinenarchitektur und führte schließlich zu einer einfacheren, skalierbareren Lösung, die auf einer einzigen Plattform basiert.

Die Grenzen eines traditionellen Ansatzes

Wie viele Maschinenbauer setzte auch GTech auf eine Mischung aus verschiedenen Technologien, um die Aufgaben zu bewältigen. Ihre Systeme basierten auf Industrie-PCs unter Windows, kombiniert mit SCADA-Software zur Visualisierung, separaten Tools für die SPS-Programmierung und Lösungen von Drittanbietern für den Fernzugriff. Eine Datenerfassung gab es zwar, doch um die Daten nutzbar zu machen, waren zusätzliche Ebenen und manueller Aufwand erforderlich.

Dieser Ansatz funktionierte zwar, führte jedoch in jeder Phase zu Reibungsverlusten. Jede Maschine erforderte mehrere Softwarelizenzen und eine sorgfältige Konfiguration. Der Fernzugriff hing von externen Tools ab, die installiert, gewartet und bei Störungen behoben werden mussten. Mit der Zeit wurde auch die Verwaltung der Windows-basierten Umgebungen zu einer Belastung, sowohl aus Wartungs- als auch aus Sicherheitsgründen.

Mit dem Wachstum des Unternehmens nahmen auch die Ineffizienzen zu.

"Wir mussten mehrere Tools installieren, nur um eine Aufgabe zu erledigen, die eigentlich ganz einfach sein sollte."

Ein durch Daten vorangetriebener Wandel

Der Wendepunkt kam, als GTech begann, Schwingungsdiagnose in seine Maschinen zu integrieren. Diese Art der Überwachung stützt sich auf kontinuierliche Hochfrequenzdaten und ermöglicht es, frühe Anzeichen von Verschleiß zu erkennen, insbesondere bei Komponenten wie Lagern.

Die Erfassung der Daten war jedoch nur ein Teil der Herausforderung. Um einen Nutzen zu haben, mussten sie gespeichert, aus der Ferne abgerufen und über einen längeren Zeitraum hinweg analysiert werden. Herkömmliche Lösungen erforderten den Aufbau einer Serverinfrastruktur, die Konfiguration von VPNs und die manuelle Verwaltung von Datenpipelines. Das war technisch zwar möglich, aber alles andere als effizient.

GTech erkannte, dass die Einführung weiterer Tools die Komplexität, die man gerade zu reduzieren versuchte, nur noch erhöhen würde. Was man brauchte, war kein weiteres System, sondern ein einheitlicherer Ansatz.

Eine Plattform statt vieler

Diese Suche führte sie zu EXOR. Zunächst lag der Fokus auf dem Austausch von Industrie-PCs, doch der wahre Mehrwert zeigte sich erst mit der Entdeckung von Corvina, der Industrial-IoT-Plattform von EXOR.

Zusammen mit den HMI- und Steuerungsfunktionen von EXOR bot die Plattform etwas grundlegend Neues: eine einzige Umgebung, in der Visualisierung, Konnektivität, Fernzugriff und Datenmanagement nahtlos zusammenwirkten.

"Anstelle mehrerer Systeme … gibt es hier nur eine einzige Lösung, die alles abdeckt."

Dieser Wandel ermöglichte es GTech, seine Architektur erheblich zu vereinfachen. Da Windows-basierte Industrie-PCs, VPN-Tools von Drittanbietern und separate Datensysteme nicht mehr benötigt wurden, konnten alle Komponenten in einer einzigen, optimierten Lösung konsolidiert werden. Maschinen ließen sich nun einfacher bereitstellen, einfacher warten und kundenübergreifend leichter standardisieren.

Fernzugriff neu gedacht

Eine der unmittelbarsten Verbesserungen betraf die Art und Weise, wie GTech den Fernsupport gestaltete. Zuvor waren die Techniker auf Tools wie TeamViewer angewiesen, die erst eingerichtet, gewartet und manchmal auch von Fehlern befreit werden mussten, bevor die eigentliche Arbeit beginnen konnte.

Mit EXOR ist der Fernzugriff direkt in die Plattform integriert. Techniker können sich sicher mit Maschinen verbinden, Benutzeroberflächen einsehen und Aktualisierungen vornehmen, ohne auf externe Software angewiesen zu sein. In vielen Fällen können sie sich einfach über ein Smartphone oder einen Browser anmelden und sofort mit der Fehlerdiagnose beginnen.

"Unsere Servicetechniker können sich einfach einloggen, die Maschine einsehen und Probleme beheben – ganz unkompliziert."

Diese Umstellung reduzierte nicht nur die Ausfallzeiten, sondern machte den Support auch effizienter und reaktionsschneller.

Von der Datenerfassung zu echten Erkenntnissen

Corvina hat zudem die Art und Weise verändert, wie GTech Daten nutzt. Anstatt Daten als etwas zu betrachten, das manuell extrahiert und verwaltet werden muss, wurden sie zu einem integrierten Bestandteil des Systems.

Schwingungsdaten können nun kontinuierlich erfasst, langfristig gespeichert und per Fernzugriff abgerufen werden. Dadurch lassen sich Trends erkennen und Probleme aufdecken, bevor sie zu Ausfällen führen. Anstatt nur auf Probleme zu reagieren, kann GTech einen proaktiveren Ansatz bei der Wartung verfolgen.

Dieser Wandel ist mehr als nur eine technische Verbesserung – er verändert die Art und Weise, wie den Kunden Mehrwert geboten wird.

Ein besseres Kundenerlebnis

Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Plattform ist ihre Fähigkeit, die Transparenz für Endnutzer zu erweitern. GTech kann strukturierte Umgebungen schaffen, in denen jeder Kunde Zugriff auf seine eigenen Maschinen hat – einschließlich Dashboards und Leistungsdaten.

Gleichzeitig behält GTech die Kontrolle über das Gesamtsystem und gewährleistet so Sicherheit und Konsistenz über alle Bereitstellungen hinweg. Dieses Gleichgewicht zwischen Zugriff und Kontrolle schafft ein transparenteres und kooperativeres Erlebnis für die Kunden.

Die Tür zu neuen Dienstleistungen öffnen

Mit der richtigen Infrastruktur erkundet GTech nun neue Wege, um Mehrwert über die Maschine selbst hinaus zu schaffen. Eine der vielversprechendsten Möglichkeiten ist die vorausschauende Wartung als Dienstleistung.

Durch die Kombination aus kontinuierlicher Datenerfassung und Echtzeit-Warnmeldungen kann GTech Kunden auf potenzielle Probleme hinweisen, bevor diese zu Ausfallzeiten führen. Im Laufe der Zeit könnte sich dies zu abonnementbasierten Serviceangeboten entwickeln, bei denen Kunden eine kontinuierliche Überwachung und Unterstützung erhalten.

"Wir können nun proaktiven Support anbieten und Kunden kontaktieren, bevor es zu Ausfällen kommt."

Was einst ein reaktives Supportmodell war, wird nun proaktiv – und könnte sich zu einer neuen Einnahmequelle entwickeln.

Für den praktischen Einsatz konzipiert

Die Einführung der Plattform wurde durch ihre Benutzerfreundlichkeit unterstützt. Die Ingenieure empfanden sie als intuitiv, mit einer Struktur, die vertraut wirkte und flexibel genug war, um sowohl einfache als auch anspruchsvolle Anwendungen zu bewältigen.

Funktionen wie integrierte Dokumentation, anpassbare Alarmbearbeitung und integrierte Konnektivitätsoptionen trugen dazu bei, sowohl die Entwicklung als auch den Betrieb vor Ort zu optimieren. Anstatt Einschränkungen zu umgehen, stellte das Team fest, dass es alles, was es benötigte, innerhalb der Plattform realisieren konnte.

"Wenn ich etwas tun musste, gab es immer einen Weg, es zu tun."

Ausblick

GTech hat bereits seine erste Maschine auf Basis der neuen Architektur gebaut und getestet und bereitet sich nun auf einen breiteren Einsatz vor. Im Zuge der Skalierung wird der Fokus auf der Erweiterung des Serviceangebots, der Integration von Daten in Geschäftssysteme und der weiteren Verbesserung der Fernzugriffsfunktionen liegen.

Was als Maßnahme zur Vereinfachung des Systems begann, ist zur Grundlage für langfristiges Wachstum und Innovation geworden.

Fazit: Einfachheit als Strategie

Die Erfahrungen von GTech spiegeln einen umfassenderen Wandel in der industriellen Automatisierung wider. Erfolg bedeutet nicht mehr, einem ohnehin schon komplexen System immer mehr Tools hinzuzufügen. Stattdessen geht es darum, die Architektur so zu vereinfachen, dass alles effektiver wird.

Durch die Zusammenführung mehrerer Systeme auf einer einzigen Plattform hat GTech Kosten gesenkt, den Service verbessert und neue Wachstumschancen geschaffen. Ebenso wichtig ist, dass das Unternehmen ein System aufgebaut hat, das bereit ist, sich gemeinsam mit dem Geschäft weiterzuentwickeln.

In einer Branche, die von Komplexität geprägt ist, ist Einfachheit zu einem Wettbewerbsvorteil geworden.