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Was ist das „Machine as a Service“-Geschäftsmodell?

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Was ist das „Machine as a Service“-Geschäftsmodell?

26 Apr, 2019

In diesem Artikel werden wir die grundlegenden Aspekte des MaaS-Modells („Machine as a Service“ bzw. „Maschine als Service“) behandeln. Maschinenproduzenten und Fabrikbesitzer können in diesem Artikel mehr darüber erfahren, worum es bei der Nutzung von Maschinen „as a Service“ geht, welche Vorteile dieses Modell hat und welche Branchen dieses Modell derzeit verwenden.

Dieser Artikel deckt folgende Bereiche ab:

  • Maschinen im Kontext der „smarten“ Fabrik
  • Was ist mit den MaaS-Modell gemeint?
  • Wichtige Vorteile des MaaS-Modells
  • Branchen, die es verwenden
  • Was ist erforderlich, um das MaaS-Modell umzusetzen?

 

Maschinen im Kontext der „smarten“ Fabrik

 Maschinen und Anlagen im Fertigungsbereich im Kontext einer „smarten“ Fabrik sollten:

  • Sensoren haben, die Daten erheben und diese an IoT-Gateways übertragen können
  • An werkseitige IoT-Plattformen, HMIs und das SCADA-System angebunden sein
  • In effizienten Automatisierungssystemen innerhalb der Fabrik eine Rolle spielen
  • Teil effizienter, datenintensiver Produktlinien und Baugruppen im Werk sein
  • Teil mehrerer Wertschöpfungsketten im Werk sein
  • Als Teil der internen Wertschöpfungskette der Fabrik und der Lieferketten und Produktionslinien von externen Kunden Umsatz für die Fabrik generieren

 

Das Personal sollte mit diesen Maschinen dank moderner HMIs wie beispielsweise Bildschirme, Smartphones und PCs sowohl vor Ort als auch per Fernzugriff arbeiten können. Das Personal sollte außerdem in der Lage sein, von diesen Maschinen aus (mithilfe der HMIs) leicht auf die gesammelten und verarbeiteten Big Data zuzugreifen.

Die von den Maschinen erhobenen Daten sollten für die vorausschauende Instandhaltung, datengesteuerte Qualitätskontrollmaßnahmen, Produktoptimierung, kundenspezifische Anpassungen und andere werksbezogene Optimierungen verwendet werden. Im Kontext der „smarten“ Fabrik werden Interaktion und Konnektivität zwischen Maschine und Maschine, die Interaktion zwischen Maschine und Mensch sowie die Bereitstellung von wichtigen Daten und KPIs für Mitarbeiter und anderes Personal gelegt.

Maschinenproduzenten müssen daher ihre Maschinen mit deren Hauptaufgaben in einer „smarten“ Fabrik entwickeln. Darüber hinaus sollten OEMs zusätzliche einnahmengenerierende Modelle in Betracht ziehen, die sie mit diesen Maschinen einführen können.

 

Wie sehen die beiden Typen des MaaS-Modells aus?

 

Typ 1

Beim wichtigsten Typ des MaaS-Modells verkaufen Maschinenproduzenten ihre Maschine zu geringen oder gar keinen Kosten und erhalten für jeden von der Maschine produzierten Artikel oder Produkt einen kleinen Betrag. Dies ist der derzeit vorherrschende Typ.

Die „smarte“ Fabrik erleichtert die Verwendung und Einführung dieses Modells, da der Schwerpunkt auf Datenerfassung und datengesteuerter Optimierung liegt. Die von den Maschinen generierten Produkt- und Betriebsdaten müssten sowohl in die internen als auch in die externen Prozesse des Herstellers und des Kunden integriert sein.

Ebenso wird eine robuste industrielle Cloud-Plattform benötigt, welche die Echtzeitdaten der Maschine an den Hersteller und den Kunden übermittelt. Maschinenproduzenten können die vorausschauende Instandhaltung effektiver planen, da sie von der Cloud-Plattform konsistente Daten zu ihren Maschinen erhalten würden. Der Maschinenproduzent oder ein anderer technischer Anbieter könnte diese industrielle Cloud-Plattform einrichten.

 

Typ 2

Die Maschinen im Fertigungsbereich gehören nicht nur zu den Produktlinien der Fabrik, sondern können auch an Kunden ausgelagert werden, die diese Maschine als Teil ihrer Produktionslinien und Baugruppen einsetzen wollen. So werden durch die Rolle, welche die Maschinen in internen Fabrikprozessen und in den Wertschöpfungsketten spielen, sowie durch die Rolle derselben Maschinen in externen Kundenprozessen und Wertschöpfungsketten Einnahmen für den Fabrikbesitzer generiert.

Bei diesem zweiten MaaS-Modell würde eine Fabrik eine Maschine kaufen, und andere Kunden könnten diese Maschine dann als abonnementbasierte, kostenpflichtige Dienstleistung in ihren Montagelinien einsetzen.

 

Hauptvorteile der MaaS-Modelle

 Die Nutzung dieser Modelle bietet Vorteile sowohl für den Hersteller als auch für die Kunden, welche die Maschinen in der Produktion nutzen.

Kunden, welche ihre Maschinen nicht selbst gekauft haben, sondern vom Hersteller auslagern, profitieren von geringeren Investitionen und machen somit CAPEX (Investitionsausgaben) zu OPEX (Betriebsausgaben). Außerdem profitieren sie von der erhöhten Flexibilität dieses Modells und können eine Just-in-time-Fertigung einführen. Eine Fabrik kann auch recht schnell eingerichtet werden, da die Mietkosten für die benötigten Maschinen niedriger wären, als wenn man jede Maschine einzeln kaufen würde. Die vorausschauende Instandhaltung würde ebenso vollständig vom Maschinenproduzenten übernommen werden, dessen vorausschauende Datenalgorithmen verbessert würden, da sie Maschinendaten aus mehreren Kundenquellen sammeln.

Die OEMs profitieren davon, dass die Maschine über die gesamte Lebensdauer zu einer Einnahmequelle wird und nicht nur ein einmaliger Verkauf ist. Ein weiterer Vorteil für die OEMs wäre, dass sie mit diesem Modell in ständigem Kontakt mit ihren Kunden stehen und ihren Kunden bei Bedarf zusätzliche Maschinen, Pakete und Dienstleistungen anbieten können. Die OEMs können die Daten, die sie von mehreren Kunden und mehreren Maschinen eines bestimmten Typs erheben, zudem verwenden, um die Konstruktion dieser Maschine zu verbessern.

 

Branchen, welche das MaaS-Modell nutzen

 Bei Büroausstattungen, Flugzeugtriebwerken und Medizinprodukten wird das MaaS-Modell seit Jahren verwendet. So räumt Rolls-Royce seinen Kunden beispielsweise die Möglichkeit ein, eine Maschine nicht zu kaufen, sondern einen Festpreis pro Betriebsstunde einer Maschine zu bezahlen.

Viele Menschen sind mit einer Art des MaaS-Modells sogar bereits vertraut. Anstatt beispielsweise selbst hochleistungsfähige Druckmaschinen zu kaufen, bezahlen sie für die Nutzung eines Druckers oder Kopierers in einer Digitaldruckerei oder einem Kopiergeschäft.

 

Was ist für die Einführung eines MaaS-Modells erforderlich?

 Wenn Maschinenproduzenten das MaaS-Modell in Betracht ziehen, sollten sie zunächst sicherstellen, dass die Konzeption ihrer Maschine sowohl ihnen – dem Maschinenproduzenten – als auch den Kunden, der die Maschinen nutzen soll, die erforderlichen Daten bereitstellt. OEMs sollten die neueste IoT-Technologie in ihre Maschinen integrieren, damit sie die Nutzung ihrer Maschinen und die Produktergebnisse effektiv und in Echtzeit überwachen können. OEMs sollten sich genau überlegen, welchen Prozentsatz sie von den Produktionsergebnissen oder für die Nutzungsdauer ihrer Maschinen verlangen sollen. Außerdem sollten sie mit ihren Kunden die Möglichkeiten der präventiven Instandhaltung und der Reparaturen erörtern und Pakete bzw. Pauschalen für die vorausschauende Instandhaltung anbieten.

Es wird empfohlen, dass die OEMs, die ihre Maschinen derzeit noch als Einmalkauf vertreiben, das MaaS-Modell in einige ihrer Maschinen ausprobieren, um den Nutzen einer konstanten Einnahmequelle zu erkennen. Ältere Maschinen benötigen möglicherweise eine Modernisierung, um für das MaaS-Modell genutzt werden zu können.

 

Schlussfolgerung

 Die Einführung des MaaS-Modells ist etwas, das sowohl Maschinenproduzenten als auch Fabrikbesitzer wirklich in Betracht ziehen sollten, um Umsätze und Gewinne zu steigern. Die „smarten“ Fabriken der Zukunft werden immer häufiger das MaaS-Modell übernehmen, da so die Investitionskosten sinken und sowohl die Einrichtung der Fabrik als auch der Produktionsstart beschleunigt erfolgen können. Maschinenproduzenten profitieren von diesem Modell, da sie mit ihren Maschinen eine konsistente Einnahmequelle schafften und ihren Marktanteil erhöhen können.

 

Quellen:

 

https://www.forbes.com/sites/willemsundbladeurope/2018/08/13/machines-as-a-service-industry-4-0-powers-oem-aftermarket-revenue-growth/#1dce8f353541

https://www.forbes.com/sites/forbestechcouncil/2018/04/11/industry-4-0-the-smart-factory-and-machines-as-a-service/#b9fba161dff5

https://www.digitalistmag.com/customer-experience/2017/10/26/manufacturing-wisdom-apply-pay-per-use-for-equipment-as-service-05444323

https://www.digitalistmag.com/customer-experience/2018/04/03/make-industrial-machinery-more-profitable-with-iot-06042223

https://www.manufacturingglobal.com/technology/industrial-internet-things-iiot-opportunity-manufacturers-cannot-ignore